Through Process Modelling- TPM
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Microstructural Through Process Modelling TPM betrachtet Prozessketten ausgehend von den Komponenten eines Werkstoffes bis hin zum fertigen Endprodukt.

Das geschieht zum Einen durch die geschlossene simulationstechnische Abbildung dieser Prozessketten, zum Anderen durch die fertigungstechnische Verifikation der technologischen relevanten Eigenschaften am Endprodukt. Dieser Ansatz zur Prozessentwicklung wird derzeit an vier Technologien im Detail umgesetzt:
1. POWDER INJECTION MOULDING PIM
VON SINTERSTÄHLEN
Die Modellbildung umfasst die Prozessschritte
Spritzgießen, Entbindern, und Sintern.
Arbeiten zur Entwicklung eines mathematischen
Modells zur Vorhersage der Dichteverteilung
nach dem Spritzguss eines
inhomogenen Feedstocks und zur Ableitung
eines physikalischen Werkstoffgesetzes zum
Sinterprozess sind integraler Teil des Projektes.
Die umfassende Beschreibung der ineinander
greifenden Prozessstufen von Entbindern
und Sintern geschieht über einen
formalkinetischen Ansatz, der aus der thermischen
Analyse des Realwerkstoffes abgeleitet
wird. Über die datentechnische Vernetzung
des kinetischen Modells zu einem kommerziellen
FEM Programm wird die Vorhersage
der räumlichen Verteilung von
Struktureigenschaften und anderen bauteilrelevanten
Daten – wie z.B. die Eigenspannungsverteilung
– möglich. Die gewonnen
Aussagen werden an Bauteilen verifiziert.
2. MIKRO- UND MAKROMECHANISCHE
SIMULATION VON POLYMERKOMPOSITEN
Aufbauend auf dem makromechanischen FE-Modell
eines realen Komposit-Bauteils wird
der Prozess der Harzinfiltration (Rasin Transfer
Moulding RTM) simuliert. Daraus gewinnt
man Aussagen über die räumliche Verteilung
von Imperfektionen, die aus der Faser-Harz- Wechselwirkungen bzw. den Verschiebungen
einzelner Faserlagen während der Harzinjektion
resultieren. Durch zwei
iterativ gekoppelte Simulationen
werden sowohl der
Infiltrationsprozess als auch
der Faserlagenaufbau optimiert,
und das daraus
abzuleitende Bauteilverhalten
berechnet. Nach den optimierten
Prozessparametern
werden reale Bauteile gefertigt,
und die simulationstechnisch
vorhergesagten Eigenschaften
verifiziert.
3. PHASENTRANSFORMATIONEN
VON HOCHFESTEN STÄHLEN
(Advanced High Strength Steels: AHS
Steels): Unter Einsatz von Phasenfeld-Simulationen
werden Abfolgen von Phasentransformationen
im Festkörper berechnet. Die
Prozesskette umfasst die Technologiestufen
vom erstarrten Abguss über Warm- und
Kaltumformschritte und der abschließenden
Wärmebehandlung zum Walzblech. Die berechneten
Phasenfelder bilden das Netz für
weiterführende Simulationen an kommerziellen
F&E-Programmen.
4. PROZESSSIMULATION FÜR TIEFZIEHBLECHE
AUS TECHNISCHEN AL ODER MG
LEGIERUNGEN
Aus der datentechnischen Verknüpfung
kommerzieller Software zu einer durchgehenden
Simulationskette werden Produktionsroutinen
abgebildet, die beginnend vom
Strangguss eines Pressbolzens oder Walzbarrens
die Prozessschritte der Warm- und Kaltumformung,
der Wärmebehandlung und des
Tiefziehens der Bleche abbilden. Endprodukte
sind Tiefziehbauteile, wie z.Bsp. im Automobilbau
verwendet werden. Für alle Teilprojekte
sind verschiedene Software Pakete
zu geschlossenen Simulationsketten zu vernetzen.
Die Gewährleistung der Interoperabilität
ist von entscheidender Bedeutung, hat
mittelfristig wesentlichen Einfluss auf die
Auswahl der eingesetzten Programme, und
definiert eine Querschnittsdisziplin des Projektes.
Der Aufbau spezifischer thermophysikalischer
Datensätze zur Ableitung thermokinetischer
Modelle definiert die zweite Querschnittsdisziplin.
In Summe werden Werkzeuge
zum geschlossenen technologischen
Prozessdesign vernetzt, die im Verbund mit
der eingesetzten Anlagentechnik über reine
F&E Aktivitäten hinaus die Lücke zu großtechnischen
Produktionslinien schließen.



krystina.spiradek-hahn@ait.ac.at